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Jugendoffizier der Bundeswehr zu Gast an der Westerwaldschule

Seminar in den Klassen 9a / 9b und 9c zur internationalen Sicherheitspolitik.

Internationale Konflikte und Sicherheitspolitik sind Gegenstand des Lehrplans im Fach Gesellschaftslehre. Eine Schlüsselfrage im Unterricht ist, wie es zu Konflikten kommt und wie man damit umgeht. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier die nationalen und internationalen Möglichkeiten und Grenzen der Friedenssicherung diskutieren. Soweit die Theorie im Lehrplan. Als Lehrer Matthias Kärcher den Besuchstermin mit dem Jugendoffizier der Bundeswehr Herrn Hauptmann Julian Ströbl vereinbarte konnte noch niemand ahnen, wie die internationale Sicherheitspolitik plötzlich in einem seit dem 2. Weltkrieg nie dagewesenem europäischen Zusammenhang an Bedeutung beginnt. Europa redet nun über Krieg und Frieden in der Gegenwart und nicht mehr über Ereignisse der Vergangenheit, die längst beigelegt und deren politische, soziale und wirtschaftliche Konsequenzen überwunden sind. Es sind plötzlich nicht mehr die Ereignisse, die Einzug in die Geschichtsbücher erhalten haben. Die Europäer reden über das "Jetzt" und können nur erahnen, welche Auswirkungen sich daraus für die Zukunft noch entwickeln werden. Diese Betroffenheit war während des Seminars bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu spüren.

Hauptmann Julian Ströbl war als Experte für internationale Sicherheitspolitik in die Klassen 9a / 9b und 9c geladen. Er referierte über die Geschichte Deutschlands seit 1945, die Wiederbewaffnung und Gründung der Bundeswehr und über ihre Rolle als Parlamentsarmee in der Bundesrepublik seit 1955. Weitere Themen waren die internationale Friedenssicherung der United Nations (UNO), der NATO und der europäischen Union. Umso bedrückender, dass diese Themen durch den Krieg zwischen der Ukraine und Russland traurige Aktualität erhalten. Sprachlos und fassungslos schauen derzeit die Menschen auf diese militärische Eskalation mitten in Europa und eines wurde auch in diesem Seminar deutlich: Frieden und Friedenssicherung sind keine Selbstverständlichkeit.

Foto: Westerwaldschule, März 2022